Stadt und Kirchspiel Wolbeck
Die Chronik

Wolbecker Chronik für das Jahr 1928


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Do 26.01.1928: Nachdem ein Schöffengericht in Meppen am 22.01.1928 ein Wolbecker Ehepaar bereits zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt hatte, stehen die beiden nun in Münster vor Gericht. Sie waren als Klavierstimmer und -spieler durch die Gegend gezogen, hatten sich in Hotels und Gasthöfen einquartiert und waren nachts jeweils mit Diebesgut verschwunden, wenn die Rechnungen eine ansehnliche Höhe erreicht hatten.
Unter Berücksichtigung der bestehenden 29 Vorstrafen verurteilt das Gericht das 36 bzw. 28 Jahre alte Paar zu einer Gefängnisstrafe von 18 bzw. 3 Monaten.
So 29.01.1928: Nachdem die Gärtnerlehranstalt in Münster am Schiffahrter Damm errichtet werden sollte, scheitern die Verhandlungen zwischen Landwirtschaftskammer und Stadt Münster an der Weigerung der Stadt, für die Errichtung der Schule einen einmaligen Zuschuss von 20.000 Mark zu gewähren.
Nach einer Besichtigung der ehemals Garthausschen, später Noltenschen Besitzung, am Münstertor durch den Vorstand der Landwirtschaftskammer und der Möglichkeit des Ankaufs des benachbarten Nordhoffschen Hauses wird man sich kurzfristig mit der Stadt Wolbeck handelseinig. Bereits im März soll mit den geringfügigen baulichen Veränderungen begonnen werden, um die Schule bereits im Herbst 1928 eröffnen zu können.
Im weiteren Lauf soll auch die gartentechnische Abteilung der Landwirtschaftskammer von Münster nach Wolbeck verlegt werden.
Mi 11.04.1928: Die Amtsvertretung tagt unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Böckers. Genehmigt wird die Neuordnung der Besoldung der Beamten und Angestellten des Amtes. Wegen fehlender Mittel wird die Stellenschaffung eines hauptamtlichen Amtsbaumeisters abgelehnt.
Di 01.05.1928: Auf Veranlassung des Verkehrsverbandes Münsterland wird der Verkehrsverein Wolbeck gegründet, dem auch Angelmodde und Gremmendorf angehören. In erster Linie will man sich um die Gestaltung der Fährplane für Zug und Bus kümmern sowie um die ungenügenden Telefonverhältnisse an Sonntagen. Auch nach dem Erwerb zweier Triebwagen am 15.05.1928 hält man die vier Zugpaare an den Wochenenden für unzureichend, zumal nach wie vor ein Spätzug fehlt.
Fr 25.05.1928: Auf der Bahnlinie Münster-Neubeckum tritt ein neuer Fahrplan in Kraft:
Münster ##06:08##08:15##09:50##12:36##13:17##14:00##15:40##16:25##17:40##18:43##21:33
Gremmendorf##06:19##08:23##10:04##12:47##13:22##14:14##15:52##16:39##17:54##18:56##21:37
Angelmodde ##06:28##08:32##10:09##12:51##13:28##14:19##15:57##16:44##18:00##19:00##21:42
Wolbeck ##06:30##08:36##10:13##12:56##13:32##14:22##16:01##16:48##18:06##19:05##21:49
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