Stadt, Wigbold und Kirchspiel Wolbeck
Ein Bilderbogen aus Ort und Bauerschaften

Wolbecker Chronik 1854


Die vorliegende Chronik des Jahres 1854 basiert auf den erhaltenen Ausgaben der Tageszeitung "Münsterischer Anzeiger"
03.04.1854Morgens zwischen 9 und 10 Uhr werden dem Weber Bernard Watermann aus einem unverschlossenen Koffer in der Schlafkammer ein goldenes Kreuz, ein goldener Ring mit der Gravur "B.W." sowie 26 Silbergroschen Geld in verschiedener Münze gestohlen.
08.05.1854In der Nacht auf den 8. Mai werden bei einem Einbruch in die Gaststube des Wirts Wessels im Kirchspiel Wolbeck ein grauer, blau gestreifter Sack mit 28 Stück Hemdenflachsgarn sowie 26 Stück Flachsgarn, ein weißer, leinener Kissenüberzug mit 36 Stück Flachsgarn sowie ein grauer Sack mit einem halben Berliner Scheffel Weizenmehl gestohlen.
Verdächtigt werden zwei unbekannte Männer, die sich am Vortag zwischen 16 und 18 Uhr in der Gaststube aufgehalten hatten.
07.07.1854Ab 15 Uhr werden beim Wirt Böckmann am Nientiedt im Kirchspiel Wolbeck 32 fette Schafe meistbietend verkauft.
15.07.1854Die beiden Tagelöhner Rafeld und Perdun, beide aus Wolbeck, werden vom Schwurgericht in Münster wegen fleischlicher Verbrechen zu 2 1/2 bzw. 4 1/2 Jahren Zuchthaus verurteilt. Der ebenfalls angeklagte Webergeselle Pannick aus Ahlen wird freigesprochen.
29.08.1854Im Hause des Gastwirts Thier in der Stadt Wolbeck solle im Auftrage der Erben des Barons de Reumont zu Frenois in Frankreich das Gut Holzhausen verkauft werden. Es liegt im Kirchspiel Wolbeck, ungefähr eine halbe Meile von Münster entfernt und mitten zwischen der Stadt Wolbeck und den Dörfern Albersloh und Alverskirchen (in der Quelle als "Alskirchen" bezeichnet).
Das Gut besteht aus Wohnhaus, Wagenremise und Backhaus sowie den folgenden Ländereien:
- Hausplatz, Gärten und Fischteichen mit einer Größe von rund 3 Morgen
- 105 Morgen Ackerland
- 27 Morgen Wald, größtenteils mit alten Eichen und Buchen bestanden
- 19 Morgen Wiesen und Weiden
- 24&nbp;Morgen Brachland in der Berdelheide
Zum gehört der unweit davon gelegene Diekmannskotten, bestehend aus Wohnhaus mit Remise, Garten, Äckern, Wiesen und Wäldern mit einer Gesamtgröße von rund 39 Morgen.
Der Gesamtwert wird auf 16.283 Thaler geschätzt.
06.09.1854Ab 15 Uhr werden bei der Witwe Wessels am Nientiedt im Kirchspiel Wolbeck 22 fette Kühe und ein Stier, sowie 50 fette Schafe meistbietend verkauft.
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