Stadt und Kirchspiel Wolbeck
Die Chronik

Wolbecker Chronik für das Jahr 1890


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Di 04.02.1890Die beiden in Wolbeck vorhandenen Viehwaagen sorgen für Probleme, weil sie unterschiedliche Gewichte ausweisen. Als ein Schwein auf der Waage des landwirtschaftlichen Ortsvereins beim Gastwirt Roer 382 Pfund wiegt, während es auf der Waage eines Wolbecker Handelsmannes nur auf 370 Pfund kommt, schreitet die Polizeibehörde ein. Nach eingehender Prüfung wird letztere beschlagnahmt und versiegelt, da sie auf 100 Pfund einen Fehler von mindestens 2 Pfund zu wenig ausweist.
Mo 10.03.1890Auf der Generalversammlung des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Wolbeck in Angelmodde referiert Dr. Potthast über die Frühjahrsbestellung und die damit verbundene Drillkultur zur Ausrottung des Unkrauts. Danach folgt eine Vorführung des Lavalschen Handseparators aus der Firma der Gebrüder Schulz aus Münster. Es werden circa 15 Liter Milch in 18 Minuten entrahmt.
Do 17.04.1890Der 32jährige Knecht Bernard Berkenhege wird tot im Kirchspiel aufgefunden.
Do 24.04.1890Heinrich Freisfeld stürzt durch eine Bodenluke auf die Tenne seines Hauses und erliegt kurze Zeit später seinen schweren inneren Verletzungen.
So 01.06.1890In Wolbeck wird Lehrerin Fräulein Kruse verabschiedet, die sechs Jahre an der Volksschule unterrichtet hatte. Sie übernimmt eine Mädchenklasse in Rinkerode. Ihre Nachfolgerin wird Fräulein Nachtgäller aus Everswinkel.
Mi 25.06.1890Beim Gasthof Caspar Thier findet die diesjährige Tierschau des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Wolbeck statt. Die folgenden Prämien gehen an Wolbecker Züchter:
Stuten: 4. Overmann, 6. Th. Hohenkirch, 7. J. Hohenkirch
3jährige Fohlen: 1. Brockhausen, 2. Overmann
2jährige Fohlen: 1. Brockhausen
1jährige Fohlen: 2. Möllenbeck
Bullen: 1. Th. Hohenkirch
Kühe: 7. Möllenbeck
Rinder: 2. J. Hohenkirch, 3. Mittendorf
Eber: 3. Möllenbeck
Sauen: 1. J. Hohenkirch, 4. Everding
Mi 24.09.1890Im Hof einer Gaststätte wird ein früherer Wolbecker, der heute in Gütersloh wohnt, von einem Einheimischen krankenhausreif geprügelt.
Di 25.11.1890Bei der sogenannten Katharinenflut wird die steinerne Brücke "Hohes Schemm" bei Stapelskotten zerstört. Für Fußgänger wurde bald darauf ein tiefer gelegener hölzerner Steg errichtet, die hölzerne Notbrücke, die durch den Bauunternehmer Hartke aus Greven gebaut wurde, nahm längere Zeit in Anspruch. Bei einem außergewöhnlich starken Eisgang im folgenden Winter nach dreimonatigem Dauerfrost wäre sie beinahe wieder zerstört worden, der Chausseewärter Engels hatte jedoch schnell aus der Nachbarschaft Leute herbeigeholt, um die antreibenden Eisschollen zu zerstören.
Mo 01.12.1890Die Verwaltung der Lehrerstelle an der Volksschule übernimmt kommissarisch Lehrer Kemper.
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