Stadt und Kirchspiel Wolbeck
Die Chronik

Die Wolbecker Chronik


29.11.2020: Das Jahr 1888 ist von einem langen, harten Winter gekennzeichnet, der Omnibusverkehr zwischen Wolbeck und Münster wird aufgenommen und im Tiergarten werden jede Menge alter Bäume gefällt.


10.10.2020: Auch wenn sich das Jahr 1887 bereits in der Chronik befindet, kommen auch hier auf Grund der verbesserten Quellenlage reichlich neue Informationen hinzu. Neben dem fortschreitenden Raubbau im Tiergarten ist das erste Auftreten des Kartoffelkäfers dokumentiert, der ortsansässige Arzt zieht fort und die Stadt Münster erklärt öffentlich den Unterschied zwischen Wolbeck und Klein-Wolbeck. Ebenfalls geklärt werden konnte der Verbleib der großen Mühle am südlichen Rand des Tiergartens.


07.09.2020: Im Jahre 1886 findet man im Kreuz der Pfarrkirche eine Reliquie, südlich des Tiergartens wird ein großes Dampfsägewerk errichtet und die Stadt erklärt die räumliche Lage von "Klein-Wolbeck".


14.08.2020: Die Chronik des Jahres 1885 wartet nun mit vielen kleinen Details auf. Von historischer Bedeutung ist der Großbrand auf Gut Berl.


22.07.2020: Für die Chronik des Jahres 1884 wurden viele weitere Meldungen wie die Kartoffelernte im Frühjahr, das schwere Gewitter im Sommer oder die Tötung der Störche gefunden.


12.07.2020: Die Chronik des Jahres 1883 konnte um sehr viele kleine Einzelmeldungen erweitert werden.


23.05.2020: Während die Chronik des Jahres 1912 bisher auf der "Münsterschen Zeitung" beruhte, kommt jetzt der "Münsterische Anzeiger" hinzu, der mit 3736 Zeitungsseiten fast vollständig erhalten ist. Der "Anzeiger" erscheint täglich mit zwei bis drei Ausgaben, ein Kuriosum ist dabei Silvester mit sieben Ausgaben.
Wichtige Funde sind die Todesanzeige von Ferdinand Zumbusch, extreme Wetterlagen und eine ungewöhnliche Sonnenfinsternis.


27.12.2019: Für die Jahre des Ersten Weltkriegs kommt in der Wolbecker Chronik jetzt die Zeitung „Münsterischer Anzeiger hinzu“, die allerdings nicht vollständig erhalten ist, alles nachzulesen ab dem Jahr 1914.


25.11.2019: Am letzten Samstag fand die Wolbecker Lichternacht statt. Die nachfolgenden Fotos geben einen kleinen Eindruck von der Veranstaltung. Um die Atmosphäre vor Ort einfangen zu können, wurde wie gewohnt auf Blitzlicht verzichtet.


11.11.2019: Die Chronik beruht bisher zu großen Teilen auf den erhaltenen Tageszeitungen, die im Pressearchiv der WWU Münster, im Stadtarchiv Münster sowie im Deutschen Pressearchiv in Dortmund eingesehen werden können. Trotz dieser drei Quellen fehlen teilweise ganze Jahrgänge einzelner Zeitungen, weshalb einige Jahre nur rudimentär aufgebaut werden konnten. In den vergangenen Monaten hat die ULB Münster aus dem Archiv des Verlages Aschendorff die Zeitung "Münsterischer Anzeiger" für die Jahre 1852 bis 1940 erschlossen und mittlerweile zur Verfügung gestellt. Auch dieses Archiv weist erhebliche Lücken auf, so fehlt der Jahrgang 1924 nun wohl unwiderruflich, vermag jedoch zahlreiche bisher vernachlässigte Zeiträume abzudecken.
So liegt jetzt das Jahr 1925 in stark erweiterter Fassung vor, basierend auf den vollständig erhaltenen 1159 Ausgaben des "Münsterischen Anzeigers", der täglich meistens in drei Ausgaben herausgegeben wurde. Dabei konnten wichtige Informationen zu Zibomo, Busverkehr sowie dem Zustand der Pfarrkirche gefunden werden.



15.09.2019: Heute kommt das Einwohnerverzeichnis des Jahres 1983 hinzu, das aus dem öffentlichen Adressbuch der Stadt Münster destilliert worden ist. In diesem Jahr werden erstmals alle Bürger verzeichnet, die älter als 18 Jahre sind und ihren ersten Wohnsitz in Münster haben.
Die Trennlinie zu den alten Nachbarorten muss manuell gezogen werden. Auch wenn der Alte Postweg in Wolbeck beginnt, so endet er doch in Angelmodde. Entsprechend werden hier die Hausnummern ab 51 weggelassen. Für die Straße "Am Filk" übernehmen wir erst ab Hausnummer 35. Beim Brandhoveweg gibt es keine Notwendigkeit zur Abgrenzung, da auf Angelmodder Seite die Bebauung erst zu einem späteren Zeitpunkt beginnt.



05.08.2019: Für die nun vorliegenden Trauungen der Jahre 1705 bis 1792 sind wiederum einige Anmerkungen notwendig:
- In den Jahren 1715-1721 wurden die Trauungen nicht erfasst. Das Buch weist an dieser Stelle zwei weiße Seiten auf. Das Jahr 1722 setzt danach erst im Oktober wieder ein.
- Die Jahre 1702 bis 1715 sind durch gravierende Schreibfehler geprägt. Die Abschrift erfolgt dennoch buchstabengetreu, auch wenn dann beispielsweise "Hermmms" geschrieben werden muss, obwohl sehr wahrscheinlich "Hermannus" gemeint war.
- Bei den Brautleuten wird der Geburtsort genannt, wenn er von Wolbeck abweicht und bekannt ist. Dabei fallen viele Zuzügler aus Westbevern, Glandorf und Lüdinghausen auf.
Überhaupt wird häufig die lateinische Form der Städte verwendet wie Monsis=Münster, Telgetiensis=Telgte, Arbesloe=Albersloh, Alskerke=Alverskirchen.
- Man stolpert auch über Kurioses: Im Jahre 1773 tritt derselbe Mann nach zwei Monaten erneut vor den Traualtar. Und in einigen Fällen wird der Name der Braut einfach weggelassen. Im Jahre 1757 ist der Name der Braut unklar. Der Pfarrer notiert: "Anasthasia Wulfers oder Agnes Dickman", so ganz genau weiß er es auch nicht.
- Da das Buch mit durchsichtigem Klebeband repariert und damit die Schrift irreversibel beschädigt wurde, sind leider nicht mehr alle Einträge lesbar. Dies betrifft vor allem den ersten Eintrag auf jeder Seite.
- Die Familiennamen sind im Allgemeinen schwerer zu entziffern als die Vornamen. Der Pfarrer beginnt großzügig mit den Vornamen, dann reicht der Platz in der Zeile nicht mehr aus und der Familienname wird eng im Kreis geschrieben.
Beispiel:




Im Sommer 2012 begannen die Arbeiten an der Wolbecker Chronik. Was ursprünglich als begleitender Text zum vorhandenen Bildmaterial gedacht war, entwickelt angesichts der Fülle erhaltener Unterlagen schnell ein umfassendes Eigenleben.


Die Chronik Wolbecks wird ohne Bewertung der Ereignisse geschrieben. Der Autor ist weder Richter noch Ankläger, sondern nur der Geschichtenerzähler für einen Zeitraum, der vom Hochmittelalter bis in die Neuzeit reicht. Insofern werden alle ursprünglichen Texte sprachlich vereinheitlicht und inhaltlich "entwertet". So verwendet eine Übernahme eines Textes aus dem Jahre 1938 dasselbe Vokabular wie ein Bericht aus den Jahren 1818 oder 1998. Der Autor verbleibt im Hintergrund und lässt die Ereignisse für sich selbst sprechen. Auf diese Weise werden auch viele grausame Geschichten für den Leser ertragbar, vor allem wenn er sie selbst miterlebt haben sollte. Vielleicht ist es für den Schreiber an dieser Stelle hilfreich, nicht in Wolbeck geboren zu sein.


Um eine gute Lesbarkeit des Textes zu erreichen, wird auf die Verwendung von Fußnoten oder wissenschaftlichen Ausdrücken verzichtet. Kurze Zitate werden lediglich in den fließenden Text eingeflochten, Anmerkungen des Erzählers am Ende der Meldung jeweils in Klammern angefügt. Anfragen nach Belegen oder der ausführlichen Meldung im Original können auf Wunsch beantwortet werden.


Die Geschichte endet mit den Milleniumsfeiern an Silvester 1999. Ein elegischeres Ende hätte man sich nicht einmal ausdenken können, zudem sollte die Geschichtsschreibung einen ausreichenden Abstand zum aktuellen Tagesgeschehen wahren. Nicht jede erhaltene Meldung wird in die Chronik übernommen, um die Darstellung nicht beliebig ausufern zu lassen. So liegen alleine für das Jahr 1999 insgesamt 568 Zeitungsseiten vor, woraus nur rund 250 Meldungen entnommen wurden. Aber diese Chronik kann und will nicht vollständig sein. Zudem werden sich wiederholende Beschreibungen ausgelassen, weshalb beispielsweise bei den Schützenfesten jeweils nur Änderungen und Abweichungen vom alljährlichen Gang dargestellt werden.


Eine Publikation der gesamten Chronik in Buchform würde bereits am Umfang von weit über zehntausend Druckseiten scheitern. Insofern bietet die Veröffentlichung im Internet eine sinnvolle Alternative, zudem ist der "Vorabdruck" einzelner Passagen möglich, um zu einem späteren Zeitpunkt notwendige Korrekturen und Erweiterungen anbringen zu können.


Die Erstellung der Chronik ist angesichts der früheren Art der Berichterstattung nicht immer leicht zu tragen. So enthält ein Zeitungsartikel über einen Verkehrsunfall das Foto des toten Kindes in den Armen seiner Mutter auf der Straße, umringt von den Nachbarn, und als Bildunterschrift sowohl Namen als auch Anschrift des Opfers. In einem anderen Fall wird ein Mann wegen Tierquälerei zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, weil er zwei eigene Pferde auf grausame Weise getötet hat, um den anwesenden Kindern die Schwierigkeiten dieser Aufgabe zu zeigen, wobei der Zeitungsartikel das Vorgehen des Mannes ausführlich beschreibt. So gibt es immer wieder Tage, an denen eine Weiterarbeit nicht möglich ist.


Die Wolbecker Chronik umfasst nur Ereignisse, für die zeitnahe schriftliche Belege vorliegen. Historische Rückblicke in Tageszeitungen werden grundsätzlich ignoriert, da sie in vielen Fällen nachweislich fehlerhaft sind. Entsprechend fehlen allgemein überlieferte Begebenheiten wie die nicht bewiesene Verbindung der Meinhövels zur Wolbecker Frühgeschichte. Ebenso weggelassen werden Ereignisse, bei denen kein Beleg existiert wie die willkürlich für das Jahr 1233 angenommene Gründung der Pfarre St. Nikolaus. Auch für den Bau der Pfarrkirche finden sich bisher keine Belege, insofern ist die vorgebliche Bauzeit 1300-1350 nicht haltbar und findet in der Chronik keine Erwähnung. Und die Frühgeschichte des Tiergartens muss mangels belastbarer Unterlagen in dieser Arbeit ebenfalls im Dunkeln bleiben.


Die Arbeit wird betreut von Dipl.-Archivar Thorsten Schmidt, Leiter des Zeitungs- und Pressearchivs der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.